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Dankbarkeitstagebuch: die Frage nach dem Empfinden – und die nach den Tatsachen

Ein Dankbarkeitstagebuch stellt jeden Abend dieselbe Frage: Wofür bin ich dankbar? Viele halten sie jahrelang durch und finden darin genau das, was sie gesucht haben. Andere sitzen davor und merken, dass sie an diesem Abend etwas anderes wissen wollen: War heute überhaupt etwas?

Was ein Dankbarkeitstagebuch fragt

Die klassische Form ist kurz: abends drei Dinge aufschreiben, für die du dankbar bist. Ein Anruf von jemandem, an den du nicht gedacht hattest. Ein Essen, das gut war. Dass der Zug pünktlich kam. Mehr Regeln gibt es nicht, und darin liegt der Reiz – ein Heft, ein Stift, drei Zeilen.

Die Frage richtet den Blick auf das, was da war, statt auf das, was fehlte. Und sie meint nicht nur das, was du selbst gemacht hast: Dankbarkeit schliesst ausdrücklich ein, was dir zugefallen ist, was von anderen kam oder was einfach so passierte.

Warum manche Abende leer bleiben

Dankbarkeit ist ein Empfinden, und Empfinden lässt sich nicht bestellen. An einem müden, flachen Abend kannst du die drei Zeilen zwar hinschreiben, aber du merkst beim Schreiben, dass nichts davon ankommt. Dann steht da etwas Richtiges, das sich leer anfühlt.

Häufiger noch ist der Fall davor: Die Frage kommt, und im Kopf bleibt es still. Wer das ein paar Abende hintereinander erlebt, legt das Heft weg – nicht, weil die Idee schlecht wäre, sondern weil an diesen Abenden eine andere Frage die dringendere ist.

Zwei Fragen, die sich ähnlich anhören

Wofür bin ich dankbar? und Was habe ich heute getan? klingen verwandt, weil beide zurückschauen. Sie verlangen aber Verschiedenes. Die erste fragt nach deinem Empfinden gegenüber dem Tag. Die zweite fragt nach Tatsachen: Was ist passiert, was ist fertig geworden.

Eine Tatsache ist immer beantwortbar. Aufgestanden, geduscht, eine Mail abgeschickt, den Abwasch gemacht – das steht fest, ganz unabhängig davon, wie sich der Tag angefühlt hat. Deshalb fällt manchen Menschen die zweite Frage deutlich leichter, gerade an den Tagen, an denen die erste nichts hergibt.

Das macht die eine Frage nicht besser als die andere. Wer die Dankbarkeitsfrage beantworten kann, hat mit ihr etwas, das eine Erledigt-Liste nicht leistet: Sie zählt auch das, was ohne dein Zutun gut war. Sie beantwortet nur nicht die Frage, mit der viele abends dasitzen.

Wenn die Tatsachenfrage besser passt

Wer merkt, dass ihm die Tatsachenfrage leichter fällt, braucht dafür kein anderes Heft, sondern nur eine andere Überschrift. Statt drei Dingen, für die du dankbar bist, steht dort je eine Zeile pro Sache, die du erledigt hast. Nichts ist zu klein; das ist der Punkt.

Cairn ist eine App dafür. Jede Erledigung ist ein Stein, und aus den Steinen wächst dein Cairn: einmal tippen, eine Zeile schreiben, Stein ablegen – das ist das ganze Ritual. Kategorien, wenn du gerne sortierst – und wenn nicht, lässt du sie einfach liegen. Eine Wochenleiste und ein ruhiger Serien-Zähler laufen mit, mit einem Gnadentag: ein ausgelassener Tag ist frei, der zweite beendet die Serie.

Das Heft mit den drei Dankbarkeitszeilen darf daneben liegen bleiben. Die beiden Fragen stehen sich nicht im Weg, sie sind nur nicht dasselbe.

Das Eingabeblatt von Cairn: ein Textfeld für das, was du erledigt hast, eine freiwillige Kategorie und Knöpfe für Notizen und Zeitpunkt.
Eine Zeile, eine freiwillige Kategorie, fertig.

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Häufige Fragen

Was schreibt man in ein Dankbarkeitstagebuch?

Meist drei Dinge pro Abend, für die du dankbar bist, ohne Vorgabe, wie gross sie sein müssen: ein Gespräch, ein Essen, ein Moment Ruhe. Es geht nicht darum, was du geleistet hast, sondern darum, was gut war.

Was mache ich, wenn mir nichts einfällt?

Das kommt vor und sagt nichts über dich. Zwei Wege führen weiter: die Frage kleiner machen – was war heute in Ordnung? – oder sie wechseln und aufschreiben, was du getan hast. Tatsachen lassen sich auch an einem flachen Abend aufzählen.

Was ist der Unterschied zu einem Erfolgstagebuch?

Das Dankbarkeitstagebuch fragt nach dem, was dir gegeben wurde, das Erfolgstagebuch nach dem, was du getan hast. Beide schauen auf denselben Tag zurück, aber nur das zweite lässt sich unabhängig von der Stimmung beantworten.

Kann ich beides führen?

Ja, sie stören sich nicht. Viele tragen tagsüber ein, was fertig wird, und nehmen sich das Dankbarkeitsheft abends dazu, wenn ihnen danach ist. Für den ersten Teil gibt es Cairn: Steine setzen ist gratis und bleibt es, ohne Werbung, für Android im Play Store und im Browser.